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Inflation – Die schleichende Geldentwertung

Das Wort Inflation kommt aus dem lateinischen „inflare“ und bedeutet „aufblähen“. Es ist der Ausdruck für die Steigerung des allgemeinen Preisniveaus und der damit verbundenen Senkung der Kaufkraft des Geldes. Die Entstehung der Inflation wird allgemein in der „inflatorischen Lücke“ gesehen, d.h. wenn im Verhältnis das Angebot von Waren und Dienstleitungen unterhalb der monetären Nachfrage liegt.

Inflation durch Erhöhung der Nachfrage
Der Anstieg der im Umlauf befindlicher Geldmenge ist oft ein Grund für eine inflationäre Entwicklung. Die Zentralbank kann die Geldmenge erhöhen. Z.B. durch den Erwerb von Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen) von den Geschäftsbanken pumpt sie somit eine weitere Geldmenge in den Markt. Dank dieser zusätzlichen Liquidität können Unternehmen und Arbeitnehmer somit mehr Güter, Waren und Dienstleistungen nachfragen, als vorher. Dieser Anstieg der monetären Nachfrage führt in der Regel auch zu einem Anstieg der Preise. Man spricht hier von der sogenannten Nachfrageinflation.

Inflation durch Erhöhung der Kosten
Natürlich betrifft die Preisentwicklung auch die Unternehmen selber. Steigende Kosten von Löhnen und Gehältern, Energiekosten und Rohstoffkosten werden auf die Preise der Waren & Dienstleistungen abgewälzt. Man spricht hier von der sogenannten Kosteninflation.

Inflation durch Preiserhöhung importierter Waren
Wenn z.B. Waren und Dienstleitungen die im Ausland einer Preissteigerung unterliegen, wird diese Preissteigerung über den Außenhandel in die heimischen Märkte „importiert“. Erhöhen sich z.B. die Preise für Bauteile aus dem Ausland, so werden die im Inland produzierten Geräte wahrscheinlich auch einer Preissteigerung unterliegen. Man spricht hier von der sogenannten „importierten Inflation“

Inflation in den Medien & der Warenkorb
Die Inflationsrate wird in Deutschland an dem sog. „allgemeinen Warenkorb“ gemessen. Dies ist die Zusammenstellung einer möglichst repräsentativen Anzahl verschiedener Güter zur Ermittlung des Preisindex bzw. der Inflation. Hierbei wird die Preisentwicklung über einen bestimmten Zeitraum (z.B. vier Jahre) mit einer konstanten Gewichtung der einzelnen Warenkorbpositionen und Kategorien ermittelt. Dieser Warenkorb berücksichtigt also die anteiligen Ausgaben der Privathaushalte für die entsprechenden Kategorien. Es ergibt sich somit eine statistische Inflationsrate von 2,9 % Preissteigerung in den vergangenen 40 Jahren.

Leider kann dieser Warenkorb wenig Individualisierung zulassen, da es sich um einen allgemeinen Durchschnittsindex handelt. Ist man z.B. beruflich auf ein KFZ angewiesen und fährt viele Kilometer mehr als der „Durchschnitt“, so schlagen sich die Erhöhungen von KFZ-Kosten (Kraftstoff, Verschleiß, Versicherung) deutlicher nieder, als beim „Durchschnitts-Bürger“. Auch haben sich die Preise, für die Güter des täglichen Bedarfs und Dienstleitungen stärker erhöht, als der allgemeine Preisindex. Z.B. haben sich die Preise für das „Pizza-Bestellen“ beim Lieferanten um die Ecke seit Einführungs des Euro nahezu verdoppelt. Dies hat zur Folge, dass die „gefühlte Inflation“ bei den meisten höher liegt, als die statistisch ermittelte.

Lösungen für das Problem der Geldentwertung
Sicher gibt es keine pauschale Lösung für eine gesamte Volkswirtschaft.
Betrachtet man sich aber nun die verschiedenen Gründe für die Inflation, liegen die Instrumente zur Lösung der eigenen Geldentwertung recht nahe: Ist das Vermögen in Sachwerten investiert, wie z.B. in Rohstoffe, Immobilien, Aktien oder man hält Beteiligungen an Unternehmen, so profitiert man in der Regel an deren Preissteigerung, da die Sachwerte nicht der Inflation unterliegen. Besitze ich z.B. eine Immobilie als Kapitalanlage und steigt deren Wert und Miete, so profitiere ich von der allgemeinen Mietsteigerung. Besitze ich Gold und der Goldpreis steigt aufgrund einer höheren Nachfrage und Inflation, so profitiere ich von diesem Besitz.
Besitze ich dahingehend nur Geldwerte (Sparbuch, Bargeld, Versicherungen, etc.), entwerten sich meine Ersparnisse schrittweise mit der Inflation.

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